die nächsten DLT:

Mai/Juni 2019

Kirchheimbolanden
Eisenberg
Bolanden, Marnheim

 

Sumaya Farhat-Naser

 

 

Sumaya Farhat-Naser wurde am 11.6.1948 in Bir Zait bei Jerusalem geboren, im Jahr der Gründung des Staates Israel. Sie wuchs dort in einer palästinensischen christlich geprägten Familie auf und besuchte eine Internatsschule deutscher Diakonissen in der Nähe von Bethlehem. Nach dem Abitur studierte sie von 1979 bis 1982 in Hamburg Biologie, Geografie und Erziehungswissenschaften und promovierte in angewandter Botanik. 1982 bis 1997 war sie Dozentin für Botanik und Ökologie an der palästinensischen Universität Bir Zait, von 1997 bis 2001 Leiterin des palästinensischen Jerusalem Center for Women, das sich gemeinsam mit der israelischen Gruppierung „Bat Shalom“ für den Frieden engagiert. Sie war die erste Palästinenserin, die öffentlich mit israelischen Frauen über einen möglichen Frieden diskutierte.

Auch als der Alltag immer schwieriger wurde und sie nur noch wenig Bewegungsfreiheit hatte, hielt sie den Dialog mit ihren israelischen Mitstreitern aufrecht und schmuggelte sich manchmal für Vorträge durch die Checkpoints nach Israel. Als man ihr 2002 das Bürgermeisteramt in Bir Zait anbot, lehnte sie ab, da sie sich nicht als politische Verwalterin versteht, sondern als Erziehungsarbeiterin. In Friedensinitiativen und Frauengruppen sowie in Seminaren mit Jugendlichen setzt sie sich seit Jahrzehnten für Dialog und Gewaltverzicht bei der Lösung des Nahostkonflikts ein.

 

Sumaya Farhat-Naser studierte Biologie, Geographie und Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Promotion in Angewandter Botanik. Ab 1982 Dozentin für Botanik und Ökologie an der Universität Birzeit in Palästina. Sie ist Mitbegründerin und Mitglied zahlreicher Organisationen, u.a. von Women Waging Peace an der Harvard-Universität und von Global Fund for Women in San Francisco.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz hält die Friedensaktivistin regelmäßig Vorträge über Erziehung, Frauen, Alltag, Ökologie, stellt ihre Bücher vor und berichtet auch im deutschen Rundfunk und Fernsehen über die Lage in Palästina. Aber sie erzählt auch in Palästina von ihren Erfahrungen in Deutschland.

 

Wichtig sei es, nie dem Hass Raum zu geben, sagte die Palästinenserin während einer Lesung in Köln im Jahr 2012, „denn Hass zersetzt die Seele.“

Sumaya Farhat-Naser ist verheiratet und hat drei Kinder.

 

Auszeichnungen  

Für ihr Engagement erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a.:

1995 den Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte

2002 mit der Israelin Gila Svirsky die Hermann-Kesten-Medaille vom deutschen PEN-Zentrum sowie

2011 den AMOS-Preis der Offenen Kirche.

 

Veröffentlichungen

Verwurzelt im Land der Olivenbäume.  Eine Palästinenserin im Streit für den Frieden. Lenos, Basel 1988

ISBN 978-3-85787-688-2

Thymian und Steine. Eine palästinensische Lebensgeschichte. Lenos, Basel 1995; ISBN 978-3-85787-719-3

Im Schatten des Feigenbaums. Lenos, Basel 2013, ISBN 978-3-85787-436-9

Ein Leben für den Frieden. Lesebuch aus Palästina. Lenos, Basel 2017, ISBN 978-3-85787-479-6

Dieses Buch zeichnet anhand einer Auswahl ihrer Texte den Lebensweg der engagierten Friedensvermittlerin von 1948 bis in die Gegenwart nach. In Auszügen erzählt Sumaya Farhat-Naser aus dem Alltag und von ihrer Arbeit in dem seit 50 Jahren von Israel besetzten Westjordanland. Was bewegt Menschen, sich auch nach Jahrzehnten erlebter Gewalt und Ungerechtigkeit weiter für den Frieden einzusetzen?